Freitag, 3. Juli 2009

Yogastile

In alphabetischer Reihenfolge lernen Sie hier verschiedenste Yogastile kennen. Je nach 'Yoga-Modetrend' kommen jährlich einige neue Mischformen, die für den Laien schwer nachvollziehbar sind, dazu.

Sind finden hier die bekannten Yogastile von A-Z, ihre Ursprünge und deren Vertreter.

Anusara-Yoga
Vom Amerikaner John Friend 1997 begründeter Yogastil.
anusara = "Folgen, Nachfolgen" oder "natürlicher Zustand". Ziel ist eine freudige, einem "dem Herzen folgende" Yogapraxis. Aber nicht die perfekt ausgeführten Asanas stehen im Mittelpunkt, sondern die natürliche Freude, mit der sie ausgeführt werden. John Friend verfügte über langjährige Erfahrung als Iyengar-Yogalehrer und ließ auch Tantra Elemente in seinen Stil einfließen.

Ashtanga-Vinyasa Yoga
Der Inder Sri Krishna Pattabhi Jois (1915-2009) entwickelte eine sehr kraftvolle und dynamische Form des Hatha-Yoga. Es werden vorgegebene, sehr fordernde dynamische Reihen im indischen Stil geübt, die einzelnen Asanas oft durch Sprünge miteinander verbunden. Die TeilnehmerInnen werden gelehrt, während des Übens auf eine bestimmte Art zu atmen (Ujjayi-Atmung).

Bhakti-Yoga
Bhaj = dienen bzw. Hingabe.
Bhakti ist die Liebe zu Gott, auch die absolute Hingabe an einen Guru (Lehrer). Bhakti-Yoga lehrt selbstloses Handeln ohne eigene Erwartungen. Bhakti ist unbedingt – ich liebe Dich, was auch immer du tust, sagst oder denkst. Jede Handlung beginnt dabei mit dem Willen, die göttliche Vollkommenheit zu erfahren.

Bikram-Yoga
Bikram Yoga wird bei 38 Grad und bis zu 40 % Luftfeuchtigkeit praktiziert. Es besteht aus einer Abfolge von 24 Hatha-Yoga-Übungen (asanas) und zwei Atemübungen (pranayama). Diese 26 Übungen wurden aus mehr als 800 Asanas vom indischen Yogameister Bikram Choudhury ausgewählt und zusammengestellt. Es ist ein sportliches und forderndes Yoga und soll die physische Körperkraft, Flexibilität und Balance verbessern und durch Schwitzen den Körper entgiften.

Hatha-Yoga
„hatha“= Kraft, Ausdauer, Energie.
Hatha Yoga ist ein Oberbegriff für körperbezogenes Yoga, d. h. für yogische Körper- und Atemübungen.

Hatha Yoga ist die im Westen am häufigsten praktizierte Form und wenn allgemein von „Yoga“ gesprochen wird, ist meist Hatha-Yoga gemeint.
Viele Lehrerinnen und Lehrer, die ihre Anregungen aus unterschiedlichen Yoga-Traditionen beziehen, betiteln ihre Kurse als Hatha-Yoga.

Übungsfrequenz: Die meisten Menschen spüren die wohltuenden Wirkungen des Yoga, auch wenn sie nur 1x pro Woche einen Kurs besuchen. Intensivere Wirkungen werden natürlich erzielt, wenn man 3-4x pro Woche unter professioneller Anleitung übt.
Jede längerfristige Hatha-Yoga-Praxis zielt auf das selbständige Üben zu Hause ab, wo man das Übungsprogramm an die individuellen Erfordernisse (Zeit, Gesundheitszustand, Lebensabschnitt etc.) anpassen kann.

Hormon-Yoga
Die brasilianische Psychologin und Yogalehrerin Dinah Rodrigues entwickelte das sog. „Hormon-Yoga“. Sie kombinierte Trainingszyklen mit Übungen aus dem Hatha-Yoga, dem Kundalini Yoga und tibetische Energieübungen. Gezielt werden Eierstöcke, Schilddrüse und Nebennieren stimuliert, um die Hormonproduktion anzuregen. Hormonyoga soll nicht nur im Klimakterium und bei Wechselbeschwerden helfen, sondern wird auch erfolgreich bei Frauen, die einen Kinderwunsch haben, eingesetzt.

Bei einer Studie an der Universität São Paulo stieg der Östrogenspiegel der Frauen nach vier Monaten Hormonyoga um bis zu 254 Prozent. Die Produktivität der Eierstöcke steigerte sich um 75 Prozent. Auch eine US-Studie bestätigte jüngst einen langfristigen Hormoneffekt von Yoga bei Frauen in den Wechseljahren.

Dinah Rodrigues empfiehlt Frauen, bereits ab Mitte 30 vorbeugend mit den Übungen zu beginnen, zumal sich das Hormonyoga auch bei Menstruationsbeschwerden oder dem prämenstruellen Syndrom positiv auswirke. Wer bestehende Wechseljahrbeschwerden in den Griff kriegen möchte, sollte im Idealfall täglich trainieren und auch langfristig am Ball bleiben. Zwar stellen sich schon nach einer Woche erste Erfolge ein, doch werden zahlreiche Symptome wie Hitzewallungen, innere Unruhe oder depressive Verstimmung erst nach ein oder zwei Monaten deutlich gelindert.
Die Übungen sind auch für Yogaanfängerinnen leicht zu lernen.

Integraler Yoga
Diese von Swami Satchidananda, Schüler von Swami Sivananda, entwickelte Form des Yoga vereint Körperhaltungen, Tiefenentspannung, Atemübungen und Meditation sowie positives Denken. Ein in der indischen Tradition verwurzelter, eher geistiger Weg, in dem mehr Wert auf eine ruhige, meditative Stimmung, als auf Exaktheit und Genauigkeit in den Asanas gelegt wird.

Iyengar-Yoga
Der Inder B.K.S. Iyengar (sprich: aiyengar) begründete diesen kraftvollen Yogastil. Seine langjährige Beschäftigung mit Ausführung und Wirkung von Körperhaltungen (Asanas) und Atemübungen (Pranayama) führten zu einer weltweiten Verbreitung dieses Stils.
Iyengaryoga erlaubt auch im Gruppenunterricht einen individuellen Zugang auf die Bedürfnisse der Übenden. Typisch ist die Verwendung von Hilfsmitteln, wie z.B. Gurten, Klötzen, usw. und bei Bedarf werden die Übungen in Zwischenschritte aufgeschlüsselt. Genaue Beobachtung, Anweisung, Korrektur und ein didaktisch gut durchdachter Unterrichtsstil bringen Übende in exakte Positionen.

Jnana-Yoga
Sanskrit „jnana“ = Wissen, Erkenntnis.
Bezieht sich auf weltliches, wissenschaftliches und spirituelles Wissen. Sozusagen der Weg der Erkenntnis (der höchsten Wahrheit).

Jivamukti-Yoga
Wurde von der Tänzerin Sharon Gannon und dem Künstler David Life in den 80er Jahren in New York entwickelt. Jivamukti heißt übersetzt soviel wie „die Befreiung der Seele“ und ist eine moderne Form des Hatha Yoga.
Ineinander fließende tänzerische Körperübungen wechseln mit Gesängen und spezieller Atemtechnik. Ziel ist: mentale Stärke und Ausgeglichenheit zu entwickeln. www.jivamuktiyoga.de

Karma-Yoga
Sanskrit = machen, tun.
Karma Yoga wird oft auch als „Yoga des selbstlosen Dienstes“ verstanden, denn jede Handlung, hat einen Effekt auf das Umfeld, auf Personen, Lebewesen usw. Karma-Yoga lehrt neutral und bewusst zu handeln und nicht nach eigenen Vorlieben oder Abneigungen. Es lehrt sozusagen das Ego zu neutralisieren.

Kripalu-Yoga
Dieser Stil wurde vom Inder Amrit Desai begründet. Grundlage sind sanfte Körperübungen, unterstützt durch fließendes Atmen. Das eigentliche Ziel dieses Stils ist das Kultivieren eines distanzierten und bewußten Gewahrseins des dabei ablaufenden Prozesses. Wichtig sind Selbst-Akzeptanz und emotionale Stabilität. Praktische Übungen spielen zwar eine wichtige Rolle, die äußere Vervollkommnung von Körperhaltungen oder Atemtechniken sind eher sekundär.

Kriya-Yoga
Eine sehr alte indische Übungsmethode, bestehend aus speziellen Körper- und Atemübungen, Reinigungstechniken, Meditation mit Schwerpunkt auf Geistesschulung. Bekanntester Vertreter war der Inder Paramahamsa Yogananda.

Kundalini-Yoga
Im Kundalini-Yoga geht es um Anregung und Verstärkung jener Energie, die als im Becken bzw. am unteren Ende der Wirbelsäule (Kundalini) ruhend angesehen wird. Dies wird durch intensive Atemübungen, Asanas, Kriyas (reinigende Übungen) und Meditation erreicht.

Luna-Yoga
Ein junger, im Westen entstandener Stil, in dem Yoga-Übungsreihen speziell auf die individuellen Bedürfnisse von Frauen abgestimmt sind.

Mischformen
Viele Yogalehrende verbinden verschiedene Yogastile. Daraus ergeben sich unterschiedliche Schwerpunkte mit mehr oder weniger oder auch gar keiner Orientierung mehr an indischen Weltanschauungen.

Power-Yoga
Eine verkürzte und vereinfachte Form des Ashtanga-Yoga, die vor allem in Fitness-Centern als Fitness- und Workout-Technik praktiziert wird.

Raja-Yoga
Raja-Yoga meint heute v.a. Meditationsübungen, die sich auf den "Achtfachen Yoga-Weg des Patanjali" beziehen. Dieser wird dann - im Gegensatz zum Hatha-Yoga - als stärker geistig orientierter Yoga-Weg verstanden.

Sivananda-Yoga
Die Sivananda Yoga Vedanta Zentren wurden von Swami Vishnudevananda (1927-1993) gegründet, ein Lehrer des Hatha- und Raja-Yoga und enger Schüler des Yogameisters und Arztes Swami Sivananda (1887-1963). Gelehrt werden weltweit seit ca. 50 Jahren: Asanas (Körperstellungen), Atemübungen, Tiefenentspannung, Ernährung, positives Denken und Meditation.

Tao Yin Yoga
So wird das chinesische Yoga, das ähnliche Elemente wie das indische Hatha-Yoga hat, bezeichnet. Beim Tao Yin Yoga werden vor allem die dynamische Beweglichkeit, innere Kraft und Elastizität der Bänder und Sehnen betont. Im Mittelpunkt steht die Atemlenkung, Tiefenentspannung und Stärkung des Bauchbereiches und der Wirbelsäule. Tao Yin (chin. für „beugen und strecken“) bietet die Grundlage für Tai Chi, Qigong und für längere Meditationen.

TriYoga®
TriYoga® wurde von der Amerikanerin Kali Ray begründet. Es verbindet Asanas (Positionen), Pranayama (Atmung) und Handmudras zu fließenden Sequenzen ("Flows") zur Erweckung der Lebensenergie "Prana". Der Begriff TriYoga® steht für das Streben nach der Drei-Einheit von Körper, Geist und Seele.

Yoga in der Tradition T. Krishnamacharya / Viniyoga
Der Inder Tirumalai Krishnamacharya (1888-1989) war der Lehrer vieler Yogalehrerinnen und -lehrer, die heute im Westen bekannt sind (BKS Iyengar, Sri K. Pattabhi Jois uvm.). Sein Sohn T.K.V. Desikachar setzt die Tradition fort.
Atmung und Bewegung werden präzise koordiniert, in fließenden Abläufen (dynamisches Üben) und ruhigen Haltungen (statisches Üben), je nach Situation und Sinn der Praxis. Philosophie, Reflexion, Meditation haben ihren Platz. Die individuelle Anpassung der Praxis an die Bedürfnisse der Gruppe oder des Einzelnen sind ein besonderes Merkmal dieser Art zu üben. Dementsprechend wird der Einzelunterricht sehr hoch geschätzt.

Yoga im täglichen Leben
Das System "Yoga im täglichen Leben" ist ein methodisch aufgebauter Übungsweg und wurde von Paramhans Swami Maheshwarananda entwickelt, der seit 1972 in Wien lebt. Es verbindet die jahrtausendalte Weisheit und Wissenschaft des Yoga mit den Erkenntnissen der modernen Medizin.

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