Montag, 6. Juli 2009

Massaker an Hmong

In den letzten Monaten und insbesondere seit Mai haben die Hilferufe, die die internationale Öffentlichkeit aus dem Dschungel von Laos erreichen, dramatisch zugenommen: Laotische und vietnamesische Militäreinheiten führen gezielte Großoffensiven durch, um sämtliche Hmong-Gruppen aufzuspüren, die sich im Regenwald der Sperrzone Xaysomboun versteckt halten. Die Militärs betrachten diese Gruppen, die zum überwiegenden Teil aus unbewaffneten, völlig verängstigten Frauen und Kindern bestehen, als "Widerstandskämpfer", obwohl es seit Jahren keinerlei Anzeichen für bewaffneten Widerstand mehr gibt. Die letzte Großoffensive fand im Juli 2006 statt - dabei wurden drei in den Wäldern vermutete Hmong-Gruppen gezielt von Militärs eingekesselt. Eine der Gruppen teilte der Filmemacherin und GfbV-Repräsentantin Rebecca Sommer über Satellitentelefon mit, dass 66 ihrer Mitglieder dabei getötet worden seien.

Seit vielen Jahren wiederholen sich Berichte über furchtbare Massaker, die an Hmong-Gruppen verübt werden, die sich im Dschungel der Xaisomboun Sonderzone versteckt halten. Das gesamte Ausmaß der menschenrechtlichen und humanitären Tragödie der in den Wäldern untergetauchten Hmong wurde von der Weltöffentlichkeit jedoch bis heute nicht wahrgenommen. Grund dafür ist vor allem, dass die laotischen Behörden das Gebiet, in dem sich die meisten Hmong versteckt halten, zum Sperrgebiet für Ausländer erklärt haben und nur wenige Nachrichten aus den Krisengebieten nach außen dringen konnten. Eines der jüngsten Massaker an unbewaffneten Hmong fand am 6. April 2006 nahe der laotischen Stadt Vang Vieng statt. Dabei wurden mindestens 26 Frauen und Kinder- darunter 12 Kinder unter 10 Jahren - von Soldaten niedergemetzelt. Vier weitere Personen wurden verletzt und fünf Babys verhungerten, weil sie nach dem Tod ihrer Mütter nicht mehr gestillt werden konnten. Die unbewaffneten Hmong waren massakriert worden, als sie außerhalb ihres Verstecks auf der Suche nach Nahrung waren [ 1 ].

Ein weiteres Massaker, über das glaubwürdige Berichte vorliegen, fand am 19. Mai 2004 in der Region Xaisomboun statt, als fünf unbewaffnete Hmong-Jugendliche, die sich auf Nahrungssuche befanden, von Soldaten aufgegriffen wurden. Die vier Mädchen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren wurden vergewaltigt, bevor sie ermordet wurden. Auch ihr 15 Jahre alter Bruder wurde getötet. Die Opfer wurden aus kürzester Entfernung verstümmelt. Die laotische Regierung stritt jede Verantwortung regulärer Soldaten für diese Menschenrechtsverletzungen ab. Ins Ausland geschmuggelte Filmaufnahmen belegen jedoch die Verstümmelungen der Jugendlichen. Die wenigen schwer traumatisierten Flüchtlinge, die sich nach Thailand flüchten konnten, berichten von Tausenden Soldaten, die in den letzten Monaten die verbotene Sonderzone überfluteten und buchstäblich Jagd auf die versteckten Hmong-Gruppen machten. Dabei werden in der Regel zuerst Kampflugzeuge und Hubschrauber eingesetzt, um die Gruppen aus der Luft zu lokalisieren und sie mit chemischen Waffen und Granaten anzugreifen. In vielen Fällen folgen ein paar Tage später Angriffe durch Bodentruppen, die ohne jegliche Vorwarnung schweres Artilleriefeuer auf die fliehenden Menschen eröffnen.

Hmong-Kinder. Foto: Rebecca Sommer. Laut Zeugenaussagen von nach Thailand geflüchteten Hmong kam es aufgrund der massiven Militärpräsenz in der Region wiederholt zu grausamen Folterungen, Verstümmelungen und Vergewaltigungen an gefangen genommenen Hmong, die danach ausnahmslos getötet wurden. Die furchtbare Gewalt machte auch vor Kindern nicht Halt: Hmong-Flüchtlinge berichten von Fällen, in denen Babys gegen Bäume geschlagen wurden und Kindern von vietnamesischen Soldaten der Bauch aufgeschlitzt wurde, sodass die Gedärme heraushingen. Die Kinder starben langsam und qualvoll, teilweise bei vollem Bewusstsein, während ihre verzweifelten Eltern versuchten, die heraushängenden Gedärme wieder in die Körper zu stopfen - ohne über medizinische Hilfsmittel zu verfügen und somit ohne jede Aussicht auf Erfolg. Filmmaterial, das solche Gräueltaten belegt, wurde erst vor kurzem aus der verbotenen Sonderzone herausgeschmuggelt, und an die UN-Representantin der GfbV Rebecca Sommer weitergeleitet.

Tausende Hmong wagen sich nicht aus dem Dschungel
Mehrere Tausend noch versteckt in den Wäldern lebende Hmong vegetieren dort unter katastrophalen Bedingungen dahin. Es fehlt am Allernotwendigsten, nicht nur an Nahrungsmitteln, sondern auch an Medikamenten. Wunden können nicht verbunden werden, oft müssen Körperteile amputiert werden, weil Wunden nicht ordnungsgemäß versorgt wurden. Der Anführer einer ursprünglich großen Hmong-Gemeinschaft berichtete bereits im Jahr 2003 über ein eingeschmuggeltes Solar-Satelliten-Telefon einem Journalisten des Time Asia Magazine (Time Magazine, 28.4.2003) detailliert über von ihm registrierte Verletzungen von Angehörigen seiner Gruppe. Als er 1975 begonnen hatte, den Gesundheitszustand seiner Gemeinschaft zu erfassen, gehörten ihr noch 7.000 Personen an. In den Folgejahren teilte sie sich in mehrere kleinere Gruppen, die ständig von Versteck zu Versteck zogen. 2003 lebten in diesen Gruppen nur noch 800 Menschen, darunter 56 Waisenkinder, 40 Witwen und 11 Witwer. 30 Prozent von ihnen litten unter den Folgen von Schussverletzungen. Er selbst hatte seine linke Hand bei einer Amputation im Regenwald im Jahr 1974 verloren. Die dramatisch hohe Zahl an Verletzungen in dieser einen Hmong-Gruppe zeigt beispielhaft wie schlecht es um die Gesundheitsversorgung der im Dschungel versteckten Hmong steht. Zum aktuellen Zeitpunkt (im Sommer 2006) soll die Gruppe nur noch 300 - 500 Menschen umfassen, wie der Anführer seinem in den USA lebenden Bruder über Solar-Satelliten-Telefon berichtete. Die genaue Zahl kann nicht mehr erfasst werden, da die vier Untergruppen aufgrund der Umzingelung durch Soldaten nicht miteinander kommunizieren können.

Hmong-Kinder in Laos. Foto: Rebecca Sommer. Angehörige der Hmong, die im Vertrauen auf eine von der laotischen Regierung versprochenen Amnestie ihre Verstecke freiwillig aufgeben, müssen befürchten verhaftet und interniert zu werden: Als sich im Juni 2005 eine Gruppe von 171 in den Wäldern lebenden Hmong den Behörden ergab, erwartete sie statt der versprochenen Amnestie die Internierung in einem Konzentrationslager in der Provinz Xieng Khouang. Die verzweifelten Menschen hatten nach 30 Jahren im Dschungel-Versteck aufgegeben, weil sie keinerlei Überlebenschancen mehr sahen. "Wir sind umzingelt, wir werden andauernd angegriffen... Wir können nicht auf Nahrungssuche gehen, wir verhungern", erklärte einer ihrer Führer. "Wenn wir bis zum Ende dieses Monats oder bis zum nächsten Monat warten, werden unsere Frauen und Kinder alle gestorben sein, entweder durch die Angriffe der Soldaten, oder weil es uns nicht möglich ist auf Nahrungssuche zu gehen, um sie zu ernähren". Augenzeugen berichteten: "Wir sahen alte Leute, die von jüngeren Menschen auf dem Rücken getragen wurden. Wir sahen kleine Kinder, die verängstigt und traumatisiert waren. Alle trugen heruntergekommene Kleidung, viele waren schmutzig... Sie warteten nur noch auf Hilfe... Es war das Traurigste, was ich je in meinem Leben gesehen habe." UN-Vertretern, die diese Gruppe erwartet und Nahrungshilfe bereitgestellt hatten, wurde der Zugang zu den halb verhungerten Menschen untersagt. Vier US-Staatsbürger, die Filmaufnahmen der Vorgänge gemacht hatten, wurden festgenommen und 48 Stunden lang verhört. Einer von ihnen, ein US-Bürger laotischer Abstammung, wurde länger festgehalten. Die anderen wurden nach zwei Tagen entlassen und in die USA abgeschoben. Ihr Filmmaterial wurde von den laotischen Behörden vernichtet.

Am 6. Oktober 2005 kamen weitere 242 Hmong in der Provinz Bolikhamxay aus ihrem Dschungel-Versteck und ergaben sich den Behörden. Sowohl ihr Verbleib als auch der von rund 600 Hmong, die sich im Jahr 2004 zur Aufgabe entschlossen hatten, ist bis heute ungeklärt. Anlass zu besonders großer Sorge gibt auch das Schicksal einer Gruppe von 26 Hmong-Flüchtlingen - davon laut Angaben vom "Lao Human Rights Council" 20 Mädchen im Alter von 12 bis 16 Jahren - die im Dezember 2005 zwangsweise aus Thailand nach Laos rückgeführt wurden. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) erhielt Berichte, dass die Mädchen bis zum Zeitpunkt dieses Berichtes in verschiedenen Gefängnissen und Militärcamps ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten werden und dass sie schwer misshandelt und vergewaltigt wurden. Die männlichen Mitglieder der Gruppe sollen in ein entlegenes Gefängnis im Norden des Landes gebracht worden sein - Berichten zufolge wurden zwei Jungen zu Tode geprügelt.

Überlebende schwer traumatisiert
Insbesondere Kinder und Jugendliche leiden enorm unter Mangelernährung und der ständigen Flucht, auf der sich viele Hmong-Gruppen im Regenwald befinden. Viele leiden an schweren Traumata, nachdem sie jahrelang in ständiger Todesangst gelebt hatten und oft den Tod naher Angehöriger miterleben mussten. So hörte der heute 13 Jahre alte Yeng Houa zu sprechen auf, als im August 2002 ein Mörsergeschoß einen Meter neben seiner Familie einschlug, als gerade das Abendessen vorbereitet wurde. Seine Eltern wurden getötet, er selbst erlitt 18 Mörser-Splitterwunden an seinem Bein. Sein Kiefer wurde gebrochen und eine Wunde am Oberschenkel infizierte sich.

Berichterstattung unerwünscht
Nur selten dringen Berichte über die massiven Menschenrechtsverletzungen an den Hmong und ihre humanitäre Tragödie nach außen. Dies ist unter anderem Folge des drakonischen Vorgehens der laotischen Behörden gegen ausländische Journalisten, die sich trotz der offiziellen Verbote Zugang zur "verbotenen Zone" verschaffen konnten. So wurden am 4. Juni 2003 zwei europäische Journalisten, Thierry Falise und Vincent Reynaud mit ihrem amerikanischer Übersetzer laotischer Abstammung, Naw Karl Mua, vier weiteren laotischen Begleitern der Journalisten festgenommen und vor Gericht gestellt. In einem gerade zweistündigen Prozess wurden die beiden Europäer wegen nicht vorhandener Journalisten-Visa und "Beihilfe zum Mord" zu jeweils 15 Jahren Haft verurteilt. Ausländische Medien-Vertreter waren bei dem Prozess nicht zugelassen. Drei der inhaftierten Laoten müssen Haftstrafen von 12, 15 und 20 Jahren verbüßen. Nach Berichten von Augenzeugen wurden sie gefoltert.

Angesichts massiver internationaler Proteste wurden die verurteilten Europäer innerhalb einer Woche nach dem Schauprozess freigelassen und ausgewiesen. Reynaud zeigte sich erschüttert über das Ausmaß der humanitären Tragödie der Hmong: "Das erste, was wir sahen, als wir das von den Hmong kontrollierte Gebiet erreichten, waren alte Frauen auf der Suche nach Nahrung und vor Unterernährung sterbende Kinder. Sie benötigen dringend Hilfe." (IPS, 17.7.2005) Mehr Glück hatte Andrew Perrin vom "Time Asia Magazine", der nicht aufgegriffen wurde und sich nach seiner Rückkehr aus Laos entsetzt über das Ausmaß der "humanitären Tragödie" äußerte (BBC, 30.6.2003). Sein im April 2003 veröffentlichter Beitrag im "Time Magazine" ist einen der wenigen Zeitzeugenberichte der letzten Jahre über die entsetzliche Lage in den von Hmong bewohnten Gebieten. Der Journalist machte in seinem Beitrag auch deutlich, dass angesichts der katastrophalen humanitären Krise sich die Situation der Hmong immer mehr zuspitze und die Bereitschaft der Hmong wachse, ihre Verstecke aufzugeben und die wenigen Waffen, die ihnen noch geblieben sind niederzulegen. Doch noch zögern viele Hmong vor diesem Schritt aus Angst vor Misshandlung und Ermordung und weil sie kein Vertrauen in das Amnestieangebot der Regierung haben.

Ruhi Hamid, eine junge BBC-Korrespondentin, die vor einigen Jahren den beschwerlichen und gefährlichen Weg durch die Frontlinien der laotischen Truppen wagte, um mehr über den Alltag der Hmong zu erfahren, wurde von ihnen begeistert aufgenommen, denn sie war die erste Europäerin, die nach 30 Jahren zu ihnen kam. Ihr aufrüttelnder Film schuf machte diesen vergessenen Konflikt zum ersten Mal seit jahren wieder öffentlich. Bis heute ist Ruhi Hamid das Schicksal der Hmong im Dschungel von Laos ein großes Anliegen. Sie versicherte gegenüber der GfbV: "Das ist eine humanitäre Krise", versicherte sie unlängst der GfbV, "und die Welt muss sie endlich zur Kenntnis nehmen! Diese Menschen sind keine Rebellen oder Widerstandskämpfer! Hier geht es um verzweifelte Frauen und Kinder und ein paar Männer, die versuchen ihre Familien zu verteidigen. Sie haben keine Munition und die wenigen Waffen, die sie besitzen, sind alt und rostig. Wenn nicht bald Hilfe seitens der internationalen Gemeinschaft kommt, haben sie keine Chance zu überleben."

Hmong in Laos seit Jahrzehnten diskriminiert
Die Hmong sind eines der größten indigenen Völker im Vierländereck zwischen Thailand, Laos, Vietnam und China. Allein in China leben neun Millionen Hmong, die sich dort allerdings Miao nennen. Im Vielvölkerstaat Laos stellen sie eine der größten ethnischen Gruppen unter der Bevölkerung des Berglandes, die rund 60 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht. Rund acht Prozent der 5,3 Millionen Einwohner der Demokratischen Volksrepublik Laos sind Hmong. Zwar bekleiden einzelne Hmong hohe Staatsämter in dem sozialistischen Staat, doch der Status dieser Volksgruppe ist spätestens seit der Machtergreifung der kommunistischen Pathet Lao und der Ausrufung der Demokratischen Volksrepublik im Jahr 1975 äußerst schwierig. Ursache dafür ist vor allem die Tatsache, dass Hmong seit 1960 systematisch vom US-Geheimdienst CIA angeworben wurden, um gegen den Pathet Lao zu kämpfen und seine Machtergreifung zu verhindern. Bis zu 40.000 Hmong standen zeitweise im Sold der USA. Die Hmong bezahlten einen hohen Preis für diese Partnerschaft: Mindestens 30.000 von ihnen wurden in den bis Mitte der 70er Jahre andauernden bewaffneten Auseinandersetzungen mit dem Pathet Lao getötet - rund ein Zehntel der damaligen Hmong-Bevölkerung in Laos.

Nach der endgültigen Machtergreifung des Pathet Lao flüchteten bis zu 300.000 Hmong aus Laos. Hunderttausende leben heute in den USA im Exil. Ähnlich wie die USA im Vietnam-Krieg setzten auch das laotische und vietnamesische Militär seit 1976 immer wieder chemische und biologische Waffen gegen die Hmong ein, die riesige Waldgebiete vernichteten. So wollte man ihre letzten Verstecke ausfindig machen und jeglichen allfällig vorhandenen Widerstand zerschlagen. Bis heute flüchten Tausende Hmong in das benachbarte Thailand, weil sie in Laos um ihr Leben fürchten müssen oder sich massiv benachteiligt fühlen. Unter anderem leiden zahlreiche laotische Hmong unter großflächigen Umsiedlungsprojekten im Zusammenhang mit dem massiven Ausbau der Nutzung der Wasserkraft und dem Bau neuer Staudämme. Wer für Demokratisierung und die Rechte der Hmong eintritt, riskiert in Laos sein Leben. Zahlreiche Hmong wurden in den letzten Jahren in unfairen Gerichtsverfahren zu jahrelangen Haftstrafen verurteilt.

Laos verletzt humanitäres Völkerrecht
Bereits 1980 hat Laos das 2. Zusatzprotokoll zu den vier Genfer Konventionen ratifiziert, das sich auf nationale bewaffnete Konflikte bezieht. Als Vertragsstaat ist Laos somit nicht nur verpflichtet, keine Angriffe auf zivile Gruppen oder Zivilpersonen zu unternehmen, sondern all jenen Schutz zu gewährleisten, die nicht an Kampfhandlungen beteiligt sind bzw. ihre Waffen niedergelegt haben. Laos ist überdies Vertragsstaat des "Internationalen Übereinkommens zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung" (ICERD) und ist somit verpflichtet, keinerlei Diskriminierung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe zu tolerieren oder zu unterstützen.

Auch das "Internationale Übereinkommen über die Rechte des Kindes" wurde von Laos unterzeichnet, demzufolge Vertragsstaaten "in größtmöglichem Umfang das Überleben und die Entwicklung des Kindes gewährleisten müssen" (Artikel 6) und Kinder nicht gegen den Willen ihrer Eltern von ihnen getrennt werden dürfen, wenn diese Trennung nicht zum Wohl des Kindes notwendig ist". Zahlreichen übereinstimmenden Zeugenaussagen zufolge hat Laos die Menschenrechte von Hmong-Kindern, die sich mit ihren Angehörigen im Dschungel versteckt hielten, keineswegs geschützt und gefördert. Vielmehr ist die laotische Armee für den Hungertod zahlreicher Kinder sowie furchtbare Massaker und Folterungen an wehrlosen Kindern verantwortlich. Bis zum heutigen Tag befinden sich zahlreiche Hmong-Kinder in laotischer Haft - ohne Kontakt zu ihren Familien und zur Außenwelt, in größter Gefahr, schweren Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt zu werden.

2. Hmong-Flüchtlinge berichten [ oben ]

Rebecca Sommer, eine unabhängige Dokumentar-Filmemacherin, Präsidentin der Indigenen-Organisation "Earth Peoples" sowie UN-Repräsentantin der Gesellschaft für Bedrohte Völker in den USA, verbrachte im Herbst 2005 drei Monate in Südost-Asien, um Berichte von schweren Menschenrechtsverletzungen an Angehörigen indigener Völker zu recherchieren bzw. schriftlich und filmerisch zu dokumentieren, darunter an den Hmong in Laos. In der Folge fasste sie die Ergebnisse ihrer persönlichen Recherche sowie damit übereinstimmende aktuelle Berichte von in den USA angesiedelten Hmong-Organisationen und Vertretern der Hmong zu einem 92-seitigen Bericht [ 2 ] zusammen. Dieser Bericht will die Weltöffentlichkeit über die überaus verzweifelt die Lage der im Dschungel von Laos versteckten Hmong sowie der Flüchtlinge in thailändischen Flüchtlingslagern ist. Diesen Flüchtlingen droht die Zwangsrückführung nach Laos, wo sie mit ihnen schwerste Menschenrechtsverletzungen rechnen müssen.

Zur Methodik der Datenerhebung
Frau Sommer führte zahlreiche Interviews mit Hmong-Flüchtlingen im thailändischen Flüchtlingslager "White Water" in Ban Huay Nam Khao/ Phetchabun Khao Kho, die sie auch auf Video dokumentierte. Dabei konzentrierte sie sich auf ca. 1100 Hmong-Flüchtlinge aus Laos, die 2004 oder später nach Thailand gekommen waren. Diese Flüchtlinge hatten sich vor ihrer Flucht in sechs unterschiedlichen Gebieten in den drei Provinzen Xieng Khouang, Bolikhamsay und Vientiane von Laos versteckt gehalten, die in der für Ausländer gesperrten Xaysomboun Sonderzone liegen.

Die sechs Focus-Gruppen
Phu Bia: 42 Familien - 203 Einzelpersonen
Phu Ba: 3 Familien - 14 Einnzelpersonen
Choua Hlau-Choua Dai: 32 Familien - 161 Einzelpersonen
Phalai: 103 Familien - 539 Einzelpersonen
Phukongkhao: 3 Familien - 20 Einzelpersonen
Bolikhamxay: 21 Familien - 96 Einzelpersonen

Alle Flüchtlinge wurden um schriftliche Zeugenaussagen über ihre Erlebnisse gebeten. Da viele Hmong weder lesen noch schreiben können, beauftragten sie elf Personen damit, die mündlichen Aussagen niederzuschreiben und ihnen dann nochmals vorzulesen. Abschließend setzten die Zeugen ihre Unterschrift oder ihren Fingerabdruck unter den Text. Am 21. Oktober 2005 fand ein "Runder Tisch" mit Vertretern verschiedener Nichtregierungsorganisationen statt, die im Flüchtlingslager arbeiten. Dabei wurde deutlich, wie wenig die nicht Hmong-sprechenden NGO-Vertreter über das Schicksal jener Hmong Bescheid wussten, die aus den im Dschungel gelegenen Konfliktzonen geflüchtet waren. Mitglieder von "Ärzte ohne Grenzen" drückten dabei ihre große Sorge bezüglich der Nahrungsmittelknappheit im Lager aus.

Angehörige der älteren Generation
Unter den Flüchtlingen gibt es nur relativ wenige Angehörige der älteren Generation. Die meisten von ihnen bestätigten, dass sie in den 1960er Jahren von der CIA rekrutiert worden waren und die USA während des Vietnam-Krieges in unterschiedlichen Militäroperationen unterstützt hätten. Andere Angehörige der älteren Generation geben an, immer nur Zivilisten und Bauern gewesen zu sein, aber sich 1975 aus Angst vor Verfolgung, oder auch zu einem späteren Zeitpunkt dennoch versteckt zu haben, weil ihre Dörfer ohne Warnung angegriffen worden waren. Der jüngste diesbezüglich angegebene Fluchtzeitpunkt betraf das Jahr 2003.

Schwer traumatisiert: Kinder und Jugendliche
Die sechs befragten Gruppen bestehen in erster Linie aus Kindern und Jugendlichen, von denen die meisten im Dschungel geboren wurden und deren Eltern oder Großeltern während des Vietnam-Krieges von der CIA rekrutiert worden waren. Die meisten von ihnen berichten, dass ihre Eltern und Verwandten aus Rache dafür durch die Laos PDR (Laos People's Democratic Republic / Volksrepublik Laos) umgebracht worden wären, oft viele Jahre nach Ende des Krieges. Andere Jugendliche und Kinder aus den Fokusgruppen hatten in Dörfern in der Nähe von Verstecken der Hmong gelebt, bis Militärs diese Dörfer bedrohten oder angriffen. Dann waren sie mit ihren Eltern oder anderen Verwandten in den Dschungel geflohen, wo sie sich versteckten. Auch ganz kleine Flüchtlingskinder erzählten davon, wie schrecklich ihr Leben vor der Flucht gewesen sei, wie sie unter den wiederholten Angriffen bewaffneter Militäreinheiten gelitten hätten und wie schmerzhaft es gewesen sei zu erleben, wie der Kreis ihrer nahen Angehörigen immer kleiner und kleiner wurde.

Gleichgültig, ob sie in einem Dorf oder inmitten des Dschungels geboren worden waren, berichteten sehr viele Kinder vom Verlust der Eltern, Geschwister und anderer Familienangehöriger, die ihnen besonders nahe gestanden hatten. Waisenkinder werden üblicherweise von Blutsverwandten oder Angehörigen desselben Klans aufgenommen, mit denen sie in kleinen Gruppen zusammenleben. Die Zersplitterung in kleinere Gruppe erfolgt laut Aussage der Flüchtlinge aus Sicherheitsgründen, und weil es so gut wie unmöglich ist, für größere Gruppen genügend Nahrung zu finden. Während der Interviews beschrieben die jungen Menschen ihre Erfahrungen ohne Ausnahme als extrem traumatisch. Sie drückten großen Schmerz darüber aus, wie sehr sie ihre Familienmitglieder vermissen und um sie trauern. Besonders traumatisiert erschienen Waisenkinder, die mit großer Wahrscheinlichkeit den gewaltsamen Tod ihrer Eltern miterlebt hatten und, als sie endlich in Sicherheit gebracht werden konnten, aus "praktischen Gründen" von ihren Geschwistern getrennt worden waren.

Glaubwürdigkeit der Zeugenaussagen
In den zahlreichen persönlichen Interviews und Video-Aufnahmen, die Rebecca Sommer mit den Angehörigen der sechs verschiedener Fokusgruppen durchführte, wurden ihr von sehr ähnlichen Erfahrungen und Schicksalen berichtet. Immer wieder bestätigten Kinder die Berichte von erwachsenen Gruppen-Angehörigen. Ausnahmslos alle interviewten Jugendlichen und Erwachsenen berichtete davon, Verwandte, Freunde, Kinder oder Ehegatten durch Angriffe des Laotischen oder Vietnamesischen Militärs verloren zu haben. In manchen Fällen wurden Fotografien oder Dokumente im Zusammenhang mit den Toten vorgelegt, in anderen verwiesen die Interviewpartner auf eigene Wunden oder Verletzungen, auf das Fehlen von Körperteilen oder Behinderungen wie Blindheit, um den Wahrheitsgehalt ihrer Erzählungen zu unterstreichen. Die meisten Berichte wurden von anderen Mitgliedern der Gruppe bestätigt. Viele der bei den Interviews Anwesenden fühlten offensichtlich mit der jeweils interviewten Person mit - immer wieder kam es vor laufender Kamera zu emotionalen Zusammenbrüchen.

3. Zusammenfassung der Zeugenaussagen [ oben ]

Angriffe auf Dörfer
Mehren Zeugenaussagen zufolge lebten zahlreiche Mitglieder der sechs Fokusgruppen bis 2003 in ihren traditionellen Dörfern. Sie hatten niemals an irgendwelchen "Rebellen-Aktivitäten" teilgenommen oder sie unterstützt. Von einem Tag auf den anderen wurden sie unter Bewachung gestellt, Einschüchterungen ausgesetzt oder verfolgt, fürchteten gewaltsame Übergriffe, willkürliche Verhaftung oder sogar Folter. Schließlich wurden sie gezwungen ihre Dörfer zu verlassen.

Dorfbewohner, die beschuldigt wurden, mit den im betroffenen Gebiet versteckten Hmong in Kontakt zu sein, berichteten mit wenigen Abweichungen immer dieselbe Geschichte. Die Militärs schüchterten sie ein, bedrohten sie mit Gefangenschaft oder versuchten, sie mit Gewalt dazu zu bringen, sie zu den Verstecken der Hmong zu führen. Blieb dies ohne Erfolg, weil die Dorfbewohner die Verstecke gar nicht kannten oder niemanden in Lebensgefahr bringen wollten, eskalierte die Gewalt bis hin zu extrem gewalttätigen und destruktiven Formen, die eine klare Verletzung des Völkerrechts darstellen. In manchen Fällen töteten Soldaten willkürlich Dorfbewohner. In anderen ermordeten sie als erste die Führungspersönlichkeiten des jeweiligen Dorfes, woraufhin andere Bewohner und oftmals das gesamte Dorf voller Angst um ihr eigenes Leben in den Dschungel flohen und ihren gesamten Besitz zurückließen. Vielfach trafen die Geflohenen schließlich auf eine andere Gruppe, die bereits versteckt lebte und schlossen sich ihr an, in anderen bildeten sie kleine unabhängige Gruppen.

Dreißig Jahre lang Angriffen und Not ausgesetzt
Die Berichte der interviewten Flüchtlinge weisen zahlreiche Gemeinsamkeiten auf: Viele hatten sich im Dschungel versteckt seit dem Zeitpunkt, als das Pathet Lao [ 3 ] 1975 an die Macht kam, andere wurden im Dschungel geboren und hatten dort ihr gesamtes bisheriges Leben immer auf der Flucht verbracht und eine dritte Gruppe war erst vor relativ kurzer Zeit durch wiederholte militärische Übergriffe und überraschende Angriffe dazu gezwungen worden, ihre Dörfer und ihre landwirtschaftlichen Anbaugebiete zu verlassen. Sie alle sind vor Militärs geflohen und haben schließlich in großen oder kleinen Gruppen in Dschungel- Verstecken zueinander gefunden.

Alle Mitglieder der sechs "Fokusgruppen" gaben an, dass sie wiederholt brutalen Angriffen durch bewaffnete Militäreinheiten ausgesetzt waren, die für viele von ihnen schon 1975 begannen, und dass die Laos PDR bis heute unermüdlich Hmong-Verstecke ausforscht und enttarnt. Alle wurden unzählige Male von Militäreinheiten aus ihren Verstecken vertrieben, die Gewehre, Artilleriefeuer und sogar chemische Waffen einsetzten. In zahlreichen Fällen scheinen Vietnamesen an den Militäreinsätzen beteiligt gewesen zu sein. Die Flüchtlinge berichteten, dass seit einigen Jahren immer mehr Militäreinheiten in die Gebiete eindringen, in denen die Hmong ihre Verstecke haben, und dass die Versuche, die Hmong-Verstecke ausfindig zu machen und zu eliminieren, immer aggressiver werden. Die Luftüberwachung wurde derartig massiv verstärkt, dass es den Hmong nicht mehr möglich ist, stabile Unterkünfte zu bauen, das Unterholz in der Umgebung ihrer Hütten zu entfernen oder Feuer zu machen, aus Angst, dass der aufsteigende Rauch sie verraten könnte. Sind sie erst einmal aus der Luft entdeckt worden, dauert es normalerweise nicht mehr lang, bis Bodentruppen ihr Versteck umzingeln und sie von allen Seiten ohne Warnung angreifen. In vielen Fällen versprühen Flugzeuge giftige Chemikalien über ihrem Versteck-Platz und seiner Umgebung.

Ausnahmslos alle Erwachsenen und die große Mehrheit der kleinen Kinder bezeugten, dass sie solche Überraschungsangriffe durch laotische Militäreinheiten selbst erlebt haben. Bodentruppen umzingelten ihre Gruppen oder Versteck-Plätze und feuerten ohne Warnung auf sie. Sie berichteten, dass in vielen Fällen Mitglieder ihrer Gruppe oder Familie bei diesen Angriffen getötet wurden - zumeist als sie sich in ihren aus Blättern bestehenden Hütten befanden oder draußen nach Wurzeln gruben. Nach einer Attacke verbrannten die Militärs in der Regel die Hütten und den Besitz der Hmong und zerstörten alles oder sie nahmen den "Versteck-Platz" in Besitz und machten daraus ein Militärlager. Alle schilderten detailgenau Trauma und Stress solcher Blitzangriffe, berichteten, wie Menschen auf der Flucht vor den Gewehrsalven davonliefen und dabei verzweifelt versuchten, ihre Kinder oder Ehepartner zu finden; wie sie sich abmühten Babys und Kleinkinder mitzunehmen, die noch nicht laufen konnten, und sie in Sicherheit zu bringen; und wie sie dann selbst um ihr Leben rannten und oft jeden Kontakt mit ihren Angehörigen verloren. Oft dauerte es Wochen, bis Familienmitglieder einander wieder fanden. Viele Kinder wurden später tot gefunden, weil sie ohne die Hilfe von Erwachsenen, die sie ernähren und sich um sie kümmern, nicht überleben konnten. Den Zeugen zufolge wurde seitens der laotischen Behörden niemals ein ernstzunehmender Versuch unternommen, den Konflikt friedlich zu lösen. Wann immer eine Hmong-Gruppe aufgespürt wird, erfolgt ein Angriff - ohne jede Vorwarnung und ohne den Menschen auch nur die kleinste Chance auf Kapitulation zu geben.

Für die Hmong ist diese Situation unerträglich - ständig versteckt und auf der Flucht sein zu müssen, unentwegt bereit sich zu verteidigen, ständig Hunger zu leiden und immer mehr Familien- und Gruppenmitglieder zu verlieren. Alle Berichte bestätigen, dass das nackte Überleben in den bergigen Gebieten der Xaysomboun Sperrzone extrem schwierig ist: Immer mehr Straßen und permanente militärische Basislager werden in der einstmals abgelegene Landschaft errichtet. Die Serie willkürlicher Angriffe und Morde findet kein Ende. Es gibt keine sicheren Gebiete, um Pflanzungen und Ernten zu ermöglichen. Demzufolge herrscht lebensbedrohlicher Mangel an Nahrung. Die Hmong leben in ständiger Todesangst. Ihre Lage ist verzweifelt.

"Wir verteidigen nur unser Leben"
Alle Befragten betonten, dass sie niemals den bewaffneten Konflikt mit der laotischen Regierung gesucht haben. Nur eine einzige Gruppe - die aus Bolikhamsay stammt - gab offen zu, dass sie Präventivschläge verübt hätte um sich zu verteidigen, als Militäreinheiten in bedrohlicher Nähe (weniger als ungefähr einen Kilometer entfernt) Basislager errichteten. Flüchtlinge aus Bolikhamsay glauben auch, dass Mitglieder ihrer Gruppe, die noch in Laos leben, sich aktiv verteidigen, weil sie keine Alternative haben. Mitglieder der anderen Gruppen gaben an, dass sie sich so gut sie konnten verteidigt hätten, als sie angegriffen wurden, aber kaum Munition gehabt hätten und nur wenige funktionstüchtigen Waffen. In manchen Fällen hatten sie gerade sechs oder sieben Kugeln, die in Richtung der Soldaten abgefeuert wurden, um sie von einem Angriff abzuhalten. Einem wirklichen Kampf hätten die Hmong nicht standhalten können. Üblicherweise wurden einige Mitglieder jeder Gruppe mit der Rolle der "Verteidigung" beauftragt und hatten die Aufgabe, die wenigen vorhandenen Kugeln abzufeuern um Zeit zu gewinnen, in der alle anderen versuchten ihr Leben zu retten.

Einsatz chemischer Waffen
Viele Flüchtlinge berichteten über den Einsatz chemischer Waffen. Die versprühten Chemikalien wurden unterschiedlich beschrieben - als gelblich, gräulich oder von dunkler Farbe. Berichten zufolge führen sie zu Durchfall, dem Verlust der Zähne, Bauchschmerzen und Blindheit. Manche Opfer schwellen Berichten zu Folge grotesk an und sterben einen langsamen, sehr schmerzhaften Tod - manchmal zieht sich der Todeskampf bis zu einem Monat hin. Die Flüchtlinge berichteten auch davon, dass nach dem Einsatz der Chemikalien an Pflanzen und im Wasser Rückstände zurückgeblieben seien: Menschen, die solcher Art verseuchte Pflanzen oder Wasser zu sich nehmen, werden ernsthaft krank und sterben manchmal daran. Häufig seien in dem Gebiet, in dem die Chemikalien eingesetzt wurden, tote oder kranke Tiere gefunden worden.

Hunger
Die interviewten Hmong-Flüchtlinge berichteten, dass sie in immerwährender Angst, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung lebten, dass sie immer hungrig waren und stets fluchtbereit sein mussten. Alle Befragten überlebten ausschließlich durch das Sammeln wilder Wurzeln und Pflanzen, manche über einen Zeitraum von dreißig Jahren.

Frauen leiden besonders
Die meisten weiblichen Hmong-Flüchtlinge sprachen offen über Frauen-spezifische Themen. In ihrer Kultur sind es die Frauen, die auf den Feldern arbeiten. Sie sind dafür zuständig, die Familie mit Nahrung, Medizin aus Pflanzen und Wasser zu versorgen. Daher sind es meist die Frauen, die den Dschungel auf der Suche nach Nahrung und Wasser durchstreifen. Sie haben große Angst, dabei von Soldaten entdeckt und ermordet zu werden. Noch mehr fürchten sie Vergewaltigungen. Sie berichten, dass viele Frauen und Kinder, die von Soldaten gefangen genommen wurden, später tot aufgefunden wurden; allem Anschein hatten vor ihrem Tod Massenvergewaltigungen und Folter stattgefunden.

Alle Frauen erzählten, dass sie ihre Babys und Kleinkinder durch dichtes, dorniges Dschungel-Unterholz tragen mussten, wenn sie auf der Suche nach Nahrung lange Distanzen zurücklegten. Für schwangere Frauen, die auch kleine Kinder auf dem Arm tragen mussten, war es immer ganz besonders schwierig, Militärangriffen zu entkommen. Vermutlich deshalb werden bei den Angriffen besonders viele Frauen und Kinder getötet. Wieder und wieder wurde erzählt, dass zahlreiche Neugeborene sterben, weil ihre halbverhungerten Mütter nicht genug Milch haben, um sie am Leben zu erhalten. Viele Frauen sind so geschwächt, dass sie kurz nach der Geburt ihrer Kinder sterben und ihre Babys mit in den Tod nehmen. Viele der interviewten Flüchtlingsfrauen brachen in Tränen aus und zeigten tiefen Schmerz über ihre an Hunger gestorbenen Kinder und Babys.

Verstümmelungen
Manche Flüchtlinge berichteten, dass verstümmelte Leichen von Frauen und Männern im Dschungel gefunden wurden. Die Körper von Frauen und Mädchen wiesen meist Zeichen von Vergewaltigungen auf; viele Opfer hatten gebrochene Arme, Beine, Finger und verstümmelte Gesichter, klare Anzeichen dafür, dass sie gefoltert wurden bis sie starben oder bis sie endlich exekutiert wurden. Einzelne Befragte berichteten, dass sie Frauen ihrer Gruppe gefunden hatten, deren Körper mit Bambusstöcken durchstoßen worden waren. Manchmal waren Sexualorgane abgetrennt und die Körper in erniedrigende Stellungen gebracht worden. Insbesondere diese Praxis hatte in den sechs befragten Gruppen Furcht und Schrecken hervorgerufen. Diejenigen, die so zugerichtete Leichen gesehen hatten, berichteten, dass sie am Fundort auch klare Hinweise auf die Anwesenheit von Militärs bemerkt hätten: Zigarettenstummel, Packungen von Nahrungsmitteln, die für Soldaten bestimmt waren, und Spuren von Kampfstiefeln, die zu Militärlagern führten, wenn man ihnen nachging.

Verrat und Betrug der Regierung von Laos
In den 1980 und 90er Jahren gab die Regierung der Demokratischen Volksrepublik Laos vor, einen Dialog mit den im Dschungel versteckten Hmong einleiten zu wollen. Sprecher der sechs befragten Gruppen berichteten über Erlebnisse aus dieser Zeit, die wesentlich dazu beitrugen, dass viele Hmong ihre Dschungel-Verstecke bis heute nicht aufgeben wollen. Die laotischen Behörden ließen damals Flugblätter abwerfen oder schickten Boten, um die Hmong aus ihren Verstecken zu locken, um sich mit ihnen für eine "Diskussion in Sicherheit" zu treffen. Stets versprachen sie gute Absichten und einen Waffenstillstand. Wenn die Hmong-Führer darauf vertrauten und tatsächlich aus dem Dschungel kamen, erwartete sie statt der versprochenen "Diskussion in Sicherheit" Verhaftung und Gefangenschaft, wenn nicht sofortige Exekution.

Ein Zeuge, der angab, bei einem solchen Zusammentreffen dabei gewesen zu sein, erzählte, er sei schwer gefoltert und bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen worden - er sei nur knapp dem Tod entgangen. Als er aufgewacht sei, habe neben ihm sein toter Gefährte gelegen. Er selbst sei gefesselt und drei Tage lang in der heißen Sonne liegengelassen worden, ohne Nahrung und Wasser. Danach habe er acht Jahre im Gefängnis verbracht. Er bezeugte, dass er die Exekution mehrerer Personen beobachtet habe, sowohl während des Treffens als auch später im Gefängnis. Der Verbleib zahlreicher weiterer Personen, die an dem Treffen teilgenommen hatten, ist bis heute ungeklärt. Ihre Angehörigen gehen von ihrem Tod aus. Es gibt immer wieder Versuche, Menschen so einzuschüchtern, dass sie andere versteckte Hmong verraten. Viele berichteten, dass sie bei ihrer Freilassung nach vielen Jahren Haft von den laotischen Behörden aufgefordert wurden, sie zum Versteck ihrer Gruppe zu führen oder die Gruppe irgendwie aus dem Dschungel zu locken. Wenn sie nicht kooperierten, wurde ihnen neuerliche Inhaftierung angedroht.

Traumatisiert
Rebecca Sommer berichtet, dass alle Flüchtlinge schwere psychische Wunden davon getragen haben. Alle haben miterlebt wie ihnen liebe Menschen sterben mussten, alle haben extreme, lang anhaltende Gewalt und die allgegenwärtige Bedrohung durch Auslöschung erlitten. Insbesondere Kinder können oft nicht schlafen. Sie haben vor dem Einschlafen Angst oder werden von immer wiederkehrenden Albträumen aus dem Schlaf gerissen, in denen der Horror vergangener Erlebnisse wiederkehrt. Einige Kinder zeigen klare Stress-Symptome und gestörtes Verhalten. Viele Flüchtlinge scheinen an Depressionen zu leiden und brechen häufig in Tränen aus, an denen ganz tiefer ungelöster Schmerz sichtbar wird.

4. Wir flehen euch an: Rettet unser Leben! [ oben ]

Stimmen der Hmong

Satelliten-Anruf
Anrufer: Tong Pao Yang
Ort: Phu Ban, Norden von Vang Vieng, Laos
Emfänger der Nachricht: Baua Xang Yang, USA
Datum: 14. April 2006
Zeitpunkt: 5.00 morgens

Auszüge des Satelliten-Anrufs:
"Es war ungefähr eine Kompanie, Laoten und Vietnamesen, die uns am 6. April angriffen, um ungefähr 9 Uhr vormittags.... Sie setzten moderne Artillerie ein.
Es war ein schwerer Angriff. Sie haben 26 Menschen getötet. Vier von uns sind verwundet. Fünf Babys sind an Hunger gestorben, weil ihre Mütter getötet wurden. Dieser brutale Angriff hat ihren Tod verschuldet. Bitte notieren sie ihre Namen der Toten:
1. Wang Chai Her - männlich - 40 Jahre
2. Lou Her (Kong Meng Yang) - weiblich - 30 Jahre
3. Doua Thao (Chao Her Thao) - weiblich - 30 Jahre
4. Choua Thao - weiblich - 40 Jahre
5. Bao Thao - weiblich - 32 Jahre
6. Za Thao - weiblich - 34 Jahre
7. Voa Thao - weiblich - 30 Jahre
8. Ma Her - weiblich - 13 Jahre
9. Ger Her - weiblich - 12 Jahre
10. Chue Her - weiblich - 7 Jahre
11. Bao Her - weiblich - 30 Jahre
12. Bee Yang - weiblich - 9 Jahre
13. Lou Her - weiblich - 6 Jahre
14. Zang Tha - weiblich - 8 Jahre
15. Blong Tha - männlich - 12 Jahre
16. Cheng Her - männlich - 6 Jahre
17. Mai Zoua Her - weiblich - 30 Jahre
18. Ying Thao - männlich - 16 Jahre
19. Mao Her - weiblich - 8 Jahre
20. Cha Bee Thao - männlich - 7 Jahre
21. Kai Thao - männlich - 4 Jahre
22. Vue Thao - männlich - 3 Jahre
23. Lee Thao - weiblich - 2 Jahre
24. Koua Yang - männlich - 15 Jahre
25. Cher Yang - männlich - 7 Jahre
26. Phia Lee - männlich - 1 Jahre

Verwundet wurden:
Cha Pha Yang, männlich
Lang Her, weiblich
Lou Her, weiblich
Ker Thao, männlich

Folgende Babys starben, weil sie von ihren getöteten Müttern nicht mehr gestillt werden konnten:
Baoher, weiblich, 4 Monate
Thaothao, männlich, 1 Monat, 2 Tage
Chuefang, weiblich, 1 Monat, 4 Tage
Thaocha, männlich, 1 Monat
Kaher, weiblich, 1 Monat 5 Tage

5. Zeugenaussagen aus dem Bericht "Report on 1100 Hmong Lao" von Rebecca Sommer [ oben ]

Zeugenaussage von SHONGMA VANG:
"Mein Name ist Shongma Vang, ich bin 27 Jahre alt und vom Volk der Hmong. Ich wurde in Chaoua Dai in Laos geboren und habe dort als Zivilist und Bauer gelebt. Ich gebe hiermit ... Folgendes zu Protokoll: Am 30. März 1997 haben laotische Soldaten mein Dorf angegriffen. Ich war Zeuge wie meine Mutter und meine Schwester von ihnen erschossen wurden. Auch ich wurde durch Geschoße verwundet. Meine vierjährige Schwester Khang wurde durch mehrere Schüsse schwer verletzt. Wir konnten uns in den nahe gelegenen Dschungel retten. Ich beobachtete wie die Soldaten zurückkamen und nochmals auf meine kleine Schwester schossen, die halbtot am Boden lag. Als die Soldaten endlich fort waren, kümmerten wir uns um meine kleine Schwester, die so viele Schüsse überlebt hatte, und mein Onkel und mein Vater begruben die Leichen meiner Mutter und meiner älteren Schwester.

Nach dem Angriff beschloss unsere Gemeinschaft, sich in kleine Gruppen aufzuteilen und das Dorf, das Land und die Tiere aufzugeben, um uns in den Tiefen des Dschungels zu verstecken. Dort trafen wir im Laufe der Zeit viele Familien, die sich wie wir dort versteckt hielten. Jede hatte eine andere Geschichte zu erzählen, aber alle hatten plötzliche Gewalt und Morde durch die laotischen Soldaten erlebt, und alle hatten sich aus Angst um ihr Leben versteckt. Ein Jahr später, 1998, fanden die laotischen Soldaten unser Versteck, in dem 15 Familien lebten und umzingelten uns. Sie waren so viele, dass wir ihre genaue Zahl nicht abschätzen konnten. Sie schossen auf die erwachsenen Männer. Alle konnten entkommen, niemand wurde getötet oder verwundet.

Wir verließen unsere versteckte Sieldung und marschierten einen Tag lang um einen neuen Platz zu finden, während die laotischen Soldaten eine Militärbasis in unserer aufgegebenen Siedlung errichteten. Im neuen Versteck blieben wir etwa 2 Jahre lang, aber wir wagten es nicht Feuer zu machen, Häuser zu bauen oder Pflanzungen anzulegen. Wir konnten keine Grundlagen für ein ordentliches Leben schaffen, weil wir immer Angst hatten, dann von den Militärhubschraubern aufgespürt zu werden. Wir waren immer sehr vorsichtig und unser Leben war voller Stress und Angst. Wir ernährten uns durch das Sammeln von Nahrung und das Ausgraben von Wurzeln, wir konnten nichts anpflanzen und nicht jagen, weil wir weder Werkzeug noch Gewehre hatten. 2001 sahen die 15 versteckten Familien und ich zwei Hubschrauber, die über uns Kreise zogen. Dann kam der erste herunter und gab Schüsse auf uns ab, während der zweite uns aus der Luft weiter beobachtete. Sobald der erste keine Munition mehr hatte, kam der zweite herunter und schoss auf uns. Niemand wurde verletzt, weil wir uns alle unter Bäume flüchteten. Danach entschieden wir, dass wir auch an diesem Platz nicht mehr sicher waren und marschierten einen Tag lang zu einem neuen Versteck im Gebiet Tong Peng. (...) 2003 zogen wir zu drei anderen versteckt lebenden Hmong-Familien in der PamTukong-Gegend, wo der Boden fruchtbarer war.

Von 2003 - 2004 begannen wir uns sicherer zu fühlen, weil schon seit fast vier Jahren niemandem etwas passiert war. Wir wurden weniger vorsichtig und begannen mit dem Bau fester Häuser. Wir rodeten Land rund um die Häuser, um Felder anzulegen und begannen ein normales Leben als Bauern. 2004 entdeckten Militärhubschrauber unsere Rodungen und das Dorf aus der Luft, aber sie griffen uns nicht an. Drei Tage später erschien eine große Gruppe Fußsoldaten und begann sofort - ohne Warnung oder Dialog - die Häuser, die dem Wald am nächsten lagen, zu beschießen. Dazu gehörte das Haus unserer Familie: Mein Bruder und mein Vater, die im Haus waren, wurden getötet. Wir beschlossen erneut unser Dorf zu verlassen und alle 18 Familien flüchteten sich wieder in Dschungel-Verstekke, während das Militär unser aufgegebenes Dorf als Militärbasis nutzte. Als wir auf der Suche nach einem neuen Versteck waren, sichtete uns ein Hubschrauber und nahm uns unter Beschuss. Ich kehrte noch dreimal zu unserer alten Siedlung zurück, weil ich die Leichen meines Vaters und meines Onkels holen wollte. Daher konnte ich sehen, dass immer mehr Soldaten und Munition im Lager eintrafen, auch zwei weitere Hubschrauber.

Unsere 18 Familien beratschlagten miteinander und kamen zu dem Schluss, dass wir nirgendwohin gehen konnten: Immer würden die laotischen Soldaten versuchen uns zu finden und zu töten...(...). Wir begriffen, dass wir niemals ein normales Leben in Sicherheit und Frieden führen könnten und dass wir keinerlei Zugang zu irgendeinem Rechtssystem hatten, dass es keine Hilfe aus dieser lebensbedrohlichen Situation für uns gab. Unser Überleben war ständig bedroht und es war völlig unmöglich, Nahrung anzubauen und zu ernten. Wir beschlossen daher, unsere 18 Familien in kleinere Einheiten aufzulösen und nach Thailand zu fliehen. Ich, meine kleinste Schwester, die jetzt 12 Jahre alt ist, meine Frau und 2 Brüder brauchten ungefähr einen Monat, um über den Mekong River nach Thailand zu kommen. Hier leben wir jetzt im Flüchtlingslager von Phetchabun, in ständiger Angst, dass wir nach Laos deportiert werden. Wir würden ganz dringend den UN-Flüchtlings-Status benötigen. Ich bekräftige mit meiner Unterschrift, dass ich ein Zivilist bin, niemals ein Gewehr besessen habe, um einen anderen Menschen zu töten oder auch nur auf ihn zu schießen, und dass ich die volle Wahrheit gesagt habe."

Zeugenaussage von VANGZE HER:
"2002 intensivierte die laotische Regierung ihre Suche nach uns enorm. Überall wurden Militärlager errichtet, in den Bergen und Tälern, wo sie Hmong-Verstecke vermuteten, waren Artillerieschüsse zu hören. Hubschrauber waren im Einsatz, um Bomben und Geschoße abzuwerfen, auch Metallnägel wurden abgeworfen, und eine gelbe chemische Substanz auf uns herunter gesprüht. Sie haben sogar Landminen und Granaten in der ganzen Region verteilt und uns daran gehindert, Nahrung zu suchen. Während dieser ganzen Zeit sind bei den Hmong Gruppen, die unser Gebiet bewohnten, zahlreiche Menschen verhungert und durch Angriffe der Militärs mit Waffen oder Chemikalien verletzt oder getötet worden. Wir hatten viele Diskussionen und standen dauernd unter Stress. Kinder wollten ohne Eltern fortgehen, Ehemänner ohne ihre Familie, um eine bessere Überlebenschance zu haben als wenn sie in größeren Gruppen lebten. Kinder wurden zu Waisen und Eltern kinderlos. Es war für uns die schwierigste Zeit, die wir versteckt im Dschungel verbrachten."

Zeugenaussage von NAO YIA VUE:
"Ich, Nao Yia Vue, 56 Jahre alt, verheiratet, aus dem Volk der Hmong, geboren und früher wohnhaft in Yathong, Laos, gehörte während des Vietnam-Krieges der CIA der USA an. Nach dem Krieg 1975, verließ der Hmong-Führer Vang Pao, der während des Krieges General gewesen war, das Land und wir blieben zurück, nachdem wir versucht hatten ihm zu folgen und über die Hin Her Brücke zu fliehen. In Hin Her massakrierte das laotische Militär einen großen Teil der fliehenden Hmong-Bevölkerung, die versuchte, über die Grenze nach Thailand zu gelangen (...). Die Hmong, die nicht fliehen konnten, mussten zurück. Wir gingen alle in unsere alten Dörfer zurück. Währenddessen sandte die laotische Regierung immer mehr Soldaten in unser Gebiet, um uns zu jagen. Frauen, Kinder und viele Zivilisten beschlossen, die Dörfer zu verlassen und sich im Dschungel zu verstecken. (...)

Später verteilte die laotische Regierung Flugblätter und forderte unserer Vertreter Vang Chue Ki zu einem Treffen mit Regierungsvertretern auf. Nachdem wir die Flugblätter erhalten hatten, ging ich selbst mit 35 Hmong-Sprechern am 24. November 1993 nach Meuang in der Cha Sysomboune Sonderzone (...). Die Generale Phueas, Khamoua, Xaoubun Tha, Khamxee und ihre Soldaten warteten ruhig bis wir alle am Treffpunkt versammelt waren. Dann verhafteten sie uns, ohne jede Vorwarnung. Sie richteten die Gewehrläufe auf unsere Köpfe und forderten, dass wir uns zu Boden werfen sollten. Zwei Stunden später hörte ich Gewehrschüsse aus der Richtung, wo der Rest unserer Gruppe im Dschungel versteckt auf uns wartete. Ich erhielt Fußtritte, wurde mit Gewehren geschlagen und gefoltert, bis ich ohnmächtig wurde. Als ich wieder zu Bewusstsein kam, lag neben mir ein Hmong namens Kiobounma, der Mitglied unserer Delegation gewesen war - man hatte ihn tot geschlagen. Ich wurde weiter gefoltert (...) und drei Tage lang ohne Wasser in der Sonne liegen gelassen. Später wurde ich ins Gefängnis von Phouhong in Vientiane gebracht (...). Fünf Jahre später, am 10. November 1998, wurde ich freigelassen und begann im Dorf Phaxam in Vientiane ein normales ziviles Leben zu führen. Am 16. Mai 2003 sandten laotische Regierungsvertreter eine Frau zu mir, die mir den Auftrag überbrachte, meine frühere Gruppe und meinen Vater zu kontaktieren, der ein spiritueller Führer ist und sich bis zum heutigen Tag im Dschungel versteckt hält. Wenn ich diesem Auftrag nicht nachkäme, sagte sie mir, würden die Regierungsvertreter dafür sorgen, dass ich für mindestens weitere 30 Jahre im Gefängnis verschwinde. Ich antwortete, dass ich nicht dazu bereit sei. (...).

Am 4. Juli 2003 beobachtete meine Ehefrau, dass diese Frau, Lee Her, die Druck auf mich ausgeübt hatte, damit ich meinen Vater und seine im Dschungel versteckte Gruppe kontaktiere, selbst verhaftet und ins Gefängnis gebracht wurde. (...) Das Dorf Meuang Feaung, in dem ich später lebte, wurde offen von hochrangigen 4-Sterne Khamoi Behördenvertretern überwacht - und insgeheim von Geheimdienst-Agenten, von denen wir aber wussten, dass sie Agenten waren. Auch die Hmong, die nach wie vor im Dschungel versteckt lebten, wurden überwacht und häufig getötet. Wir fanden so viele tote Hmong im Dschungel - alle waren Militärwaffen erschossen worden. Am 28. Juni 2004 umstellten laotische Regierungsvertreter mein Haus, aber glücklicherweise war ich mit meinem Sohn draußen bei der Pflanzung. Am nächsten Morgen informierten mich mein Bruder Ge und meine Frau auf meinem Feld darüber, was am Vortag geschehen war und dass sie mich namentlich gesucht hätten. Sie sagten meiner Frau, dass sie für mich einen "Auftrag" hätten, und durchsuchten das ganze Haus, als sie hörten, dass ich nicht zuhause war. Meine Frau schickte sie in dann in die falsche Richtung, um weiter nach mir zu suchen. Mein Sohn und ich beschlossen, uns im Dschungel zu verstecken. (...) Am 9. Juli 2004 beschlossen wir aus Laos zu fliehen und in Thailand Schutz zu suchen, wo wir am 15. Juli 2004 in Phetchabun eintrafen."

Zeugenaussage von BLIAPAO XANGXU:
"Im Oktober 1990 flog ungefähr zur Mittagszeit ein Hubschrauber über unsere versteckte Siedlung, drehte drei Runden und verschwand wieder. Wir sahen wie gelblicher Regen niederfiel, auf die Erde, das Wasser, die Pflanzen, die Baumspitzen, auf alles. Der Körper meiner 60-jährigen Großmutter schwoll an, nachdem sie Wildpflanzen gesammelt und gegessen hatte. Die Haut bekam dunkle Flecken und fühlte sich ganz anders an, die Haut wurde ganz weich und schälte sich leicht. Es dauerte einen ganzen Monat voller Schmerzen, bis sie endlich starb. Drei Jahre später, 1993, beschossen ungefähr 200 Soldaten der Bodentruppen das Versteck unserer zwölf Familien und töteten drei Personen, die sich in ihren Hütten aufhielten. Die Schüsse kamen aus der Ferne. Wir flohen in den Wald. Die Soldaten blieben einige Tage in unseren Hütten und zogen dann wieder ab. Wir kamen zurück, um unsere Toten zu begraben. (...)

Im November 2002 kamen der Bruder meiner Ehefrau und seine Ehefrau (die Namen werden in der Original- Aussage genannt, d. Übers.) von ihrer Suche nach Pflanzen und Wurzeln nicht zurück. Wir suchten nach ihnen, bis wir ihre Leichen ungefähr 10 Meter entfernt von dem Loch, wo sie nach Wurzeln gegraben hatten, fanden. Sie waren von den laotischen Soldaten nackt auf den Rücken gelegt worden, das Gesicht nach oben, die Hand des toten Ehemanns auf der Brust seiner toten Frau. Der Penis des toten Mannes war abgeschnitten und in den Mund seiner toten Frau gesteckt worden. Wir waren zutiefst schockiert und entsetzt, verletzt und voller Angst, nachdem wir die Toten begraben hatten. Wir zogen uns eilig in unsere versteckte Siedlung in Phoua Xeng zurück. (...)"

Zeugenaussage von TZENG LOR
"Ich wurde geboren, als sich meine Familie im Dschungel versteckt hielt. Als ich noch sehr klein war, tötete der Pathet Lao meinen Vater. Meinen Verwandten war es nicht möglich, seine Leiche für ein ordentliches Begräbnis zu bergen. Als ich 5 Jahre alt war, verhungerte meine Mutter und ich blieb als Waise zurück. Ich lebte mit meinem Onkel Yia Vue im Dschungel. 1993 schickte das Pathet Lao Nhia Yang zu meinem Onkel, um ihn aus seinem Dschungel-Versteck zu locken. Er sollte glauben, dass sie friedliche Absichten hatten. Mein Onkel glaubte ihm, aber er wurde von über 30 Pathet Lao Soldaten empfangen und gefangen genommen. Das war am 24. November 1993. Er wurde brutal geschlagen und erlitt einen Schädelbruch. Acht andere Personen, die ihn in gutem Glauben zu diesem Treffen begleitet hatten, wurden getötet. (...)"

Zeugenaussage von SHOUA VUE
"1975 versteckten sich mein Vater und meine Mutter im Dschungel. Ich wurde dort geboren. 1982 wurden meine Eltern vom Pathet Lao getötet. Ich war noch sehr klein als sie starben. Ich wurde von meiner Gruppe adoptiert und lebte mit den Hmong Familien, die sich auch versteckt hielten. Das Pathet Lao griff uns jedes Jahr an. Wir mussten unser Versteck dauernd ändern und waren ständig auf der Flucht. Im Januar 2003 griff uns das Militär des Pathet Lao mit Hubschraubern an. Sie warfen Bomben ab mit chemischen Stoffen, die zu Blindheit führen, zum Anschwellen des Körpers, oder dazu, dass man plötzlich seine Arme und Beine nicht mehr bewegen konnte. Wir liefen alle auseinander und verteilten uns im Dschungel."

Zeugenaussage von CHUEKONG VANG
"Manchmal schießen wir auf sie mit unseren Gewehren - um den Soldaten Angst einzujagen. Manchmal rettet das unser Leben und die Soldaten kommen nicht näher. (...). Wir hatten einige wenige, sehr alte Gewehre, die wir verwendeten um die Soldaten von uns wegzuscheuchen, damit sie sich zurückziehen. Ich habe keine Ahnung ob das gute oder schlechte Menschen sind. Alles was ich sagen kann, dass sie ganz plötzlich vor uns auftauchen und dass wir von ihnen erschossen werden. Wir wissen nicht ob sie von der Regierung geschickt werden oder ob die Soldaten von selbst kommen. Wir, die wir versteckt im Dschungel leben, wissen so etwas nicht. Es ist wahr. Wir hatten Gewehre. Aber wir hatten nicht genug Munition. Wir verwenden die Gewehre und schießen ganz, ganz wenige Kugeln ab. Wir müssen den Soldaten Angst einjagen, mit diesen wenigen Schüssen, damit sie unseren Familien nicht näher kommen. Das ist alles. (...)"

Video-Interview mit PA XIONG
"Ich komme aus Laos, mein Dorf ist Nam Chia, im Gebiet von Phu Bia. Es bricht mir das Herz, dass alle meine Verwandten getötet werden. Wir sind verfolgt und gefoltert worden. Was für eine verwirrende Welt! Alle meine Verwandten aus Phu Bia sind ermordet worden. Das laotische Militär hat meine Eltern, meine Onkel und meinen Bruder getötet. Sie wurden wir Tiere abgeschlachtet, sie starben nicht wie Menschen. Ich suche jetzt in diesem neuen Land Schutz, aber mein Herz ist gebrochen - ich habe all meine Leute verloren. Die laotischen Behörden jagen uns weiter, wo immer wir uns verstecken, bis in die Tiefen des Dschungels.

Es war schwer in so großer Not zu leben, ohne jede Unterstützung, nachdem meine Verwandten alle getötet worden waren. Die ganze Zeit zu fliehen und lange Strecken ohne Schuhe durch den dornigen Dschungel zurückzulegen. Riesige Gebiete nach Nahrung für unsere Kinder zu durchsuchen und von den wenigen wilden Wurzeln und Pflanzen kaum überleben zu können. Wir haben alles gegessen was wir finden konnten: wilde Kartoffel, Wurzeln, Pflanzen. Wie ist es möglich, dass wir zum Ziel so großer Gewalt geworden sind? Ich wurde im Dschungel geboren und verstehe das moderne Leben in der Stadt nicht. Ich bin nie zur Schule gegangen. In diesem Land hat jeder Erziehung genossen, das Leben in dieser Gesellschaft scheint wunderbar zu sein. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich Menschen ein Auto fahren sehen, ich wusste nicht was das ist, bis es mir jemand erklärte. Es ist alles so verwirrend für mich. Ich wurde im Dschungel geboren und habe mich mein ganzes Leben lang von Wurzeln ernährt. Dank den NGOs, die uns Reis geben, müssen wir in diesem Lager nicht verhungern. Ich habe den Geschmack von Reis zum ersten Mal in meinem Leben hier erlebt.

Ich werde unter keinen Umständen nach Laos zurückgehen. Wenn Laos ein gutes Land wäre, wären wir nicht hier. Wenn wir zur Rückkehr gezwungen werden, werden sie uns töten... Wir werden nicht zurückgehen. Das laotische Militär jagt und tötet unsere Leute wie Tiere. Wir haben so große Angst. Wir werden nicht zurückgehen. Meine Mutter und mein Vater haben nichts Falsches getan. Sie waren nur einfache Bauern und zogen ihre Kinder auf. Meine Eltern sind nie zur Schule gegangen, sie arbeiteten hart und hatten ein einfaches Bauernleben. Dann kam die laotische Regierung und erschoss sie, einfach so. Als das Militär auf unser Dorf schoss, flohen wir alle in den Dschungel, in alle Richtungen. Ich habe nicht gesehen wie meine Eltern gestorben sind. Das laotische Militär tötete drei meiner Familienangehörigen. Sie schnitten meinen Bruder Kou in Stücke wie einen Hund, bevor sie ihn begruben. (...). Wir finden unsere Frauen, vergewaltigt und ermordet, ihre Sexualorgane wurden in Stücke geschnitten und in ihren Mund gesteckt. Diese furchtbaren Folterpraktiken versetzten uns in so großen Schrecken, dass wir Laos verlassen haben und nach Thailand flüchteten, weil wir Angst haben, ebenso schrecklich gefoltert zu werden. (...) Wir sind menschliche Wesen, warum bringen sie so großes Leid über uns, warum werden wir getötet und gefoltert? Bitte informiert die Entscheidungsträger, dass wir Hunger leiden, hier im Flüchtlingslager. Es ist sehr schwer hier zu überleben (...)."

Video-Interview mit WAMENG THAO
"(...) Ich, Wameng Thao, kann mit den Laoten nicht kommunizieren, auch wenn ich am verhungern bin. Ich verstehe kein einziges Wort Lao. Ich wurde im tiefen Dschungel geboren und bin dort aufgewachsen. Meine Brüder Leexeng, Nhialue wurden gemeinsam mit Hao und Nhao von laotischen Soldaten getötet. Es ist so traurig, zu diesem Zeitpunkt geboren worden zu sein und dass ich keine andere Sprache spreche. Ich kann weder lesen noch schreiben, ich kann noch nicht einmal den Kalender lesen oder richtig von eins bis zehn zählen.... Ich bin sehr traurig und niedergeschlagen. (...) Was die chemischen Waffen betrifft, die sie auf uns gesprüht haben, und ihre Opfer: Am meisten betroffen waren die Kinder im Dschungel. Zwei der betroffenen Kinder waren meine eigenen. Sie sind beide gestorben. Pheng starb hier im Flüchtlingslager an den Folgen der Chemikalien, es gibt dafür Zeugen. Mein erstes Kind starb im Dschungel von Laos.

Ich habe in Laos gelebt, aber ich kenne den Namen der Plätze und Dörfer in Laos nicht. Als wir in diesem Land und in diesem Lager ankamen, nannte uns die thailändische Regierung "illegale Einwanderer aus Laos". Mit uns hat niemand geredet, nur mit der Leitung des Flüchtlingslagers, die nichts über uns Hmong aus dem Dschungel oder über unsere Situation weiß. Die Leiter des Flüchtlingslagers wissen gar nicht, wo die Dschungel-Hmong sind und um was es bei ihnen geht. Meine Eltern leben noch immer im Dschungel. Wenn Sie mir nicht glauben, kommen Sie bitte und ich bringe Sie hin, damit sie es selber sehen können. Wenn im Dschungel keine Menschen leben, können Sie mir den Kopf abschlagen. Ich habe Respekt vor Ihnen. Bitte sprechen Sie über unser Thema und helfen Sie unser Leben zu retten. Damit meine Eltern, die noch im Dschungel sind, und ich eine Chance haben, wieder zusammenzukommen."

6. FORDERUNGEN [ oben ]

Die Massenflucht von Hmong nach Thailand und die humanitäre Tragödie der im Dschungel versteckten Hmong kann nur beendet werden, wenn die Regierung der Volksrepublik Laos die - von ihr bis jetzt strikt geleugneten - Menschenrechtsverletzungen gegen die Hmong in der für Ausländer gesperrten Konfliktzone einstellt und ihre gegenüber den Hmong wiederholt geäußerten Friedensangebote in die Tat umsetzt.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker fordert die Regierung der Demokratischen Volksrepublik Laos auf, - unverzüglich eine unabhängige Untersuchung des Massakers vom 6. April 2006 einzuleiten. Dabei wurden nahe der Stadt Vang Vieng mindestens 26 Frauen und Kinder der Hmong - darunter 12 Kinder unter 10 Jahren - von militärischen Einheiten umgebracht;
- das Schicksal jener 26 Hmong-Flüchtlinge aufzuklären, die im Dezember 2005 zwangsweise aus Thailand nach Laos rückgeführt und dort in Haft genommen wurden. Unter ihnen befinden sich mindestens 20 Kinder im Alter von 12 - 16 Jahren - sie müssen unverzüglich freigelassen und wieder zu ihren Familien zurückgebracht werden;
- allen zivilen Angehörigen der Hmong, die ihre Dschungel-Verstecke nach so langer Leidenszeit freiwillig aufgeben, endlich ein Leben in Menschenwürde und Sicherheit zu gewährleisten und sie dabei aktiv zu unterstützen;
- die massiven Menschenrechtsverletzungen gegenüber den Hmong, die schwere Verstöße gegen internationale Menschenrechtsnormen darstellen, unverzüglich zu beenden;
- all jene zur Rechenschaft zu ziehen, die für schwerste Menschenrechtsverletzungen gegenüber den Hmong, insbesondere illegale Hinrichtungen und Folterungen, verantwortlich sind;
- alle Militäreinheiten und möglicherweise mit ihrem Einverständnis agierende Einheiten des vietnamesischen Militärs strikt anzuweisen, im Umgang mit Hmong-Zivilisten, insbesondere der im Dschungel versteckten Hmong- Gruppen, die großteils aus Frauen und Kindern bestehen, geltende Menschenrechtsnormen wie die Genfer Konventionen und die UN-Kinderrechtskonvention unbedingt einzuhalten;
- gegenüber Hmong-Gruppen, die ihre Dschungel-Verstecke freiwillig aufgeben, humanitäres Menschenrecht zu respektieren;
- die zwangsweise Umsiedlung von Hmong aus den von ihnen traditionell bewohnten Hochlandgebieten einzustellen;
- alle Personen, die aufgrund ihrer friedlich geäußerten politischen Meinung bzw. der Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe wie den Hmong inhaftiert wurden, unverzüglich freizulassen;
- unabhängigen Berichterstattern, Vertretern internationaler Institutionen wie der UN sowie Vertretern internationaler Nichtregierungsorganisationen und humanitärer Hilfsorganisationen ungehinderten Zugang nach Laos und in die derzeit gesperrten Konfliktzone zu ermöglichen;
- das Recht von Hmong die verdächtigt werden, Gewalt angewendet oder befürwortet zu haben, auf ein faires Verfahren nach internationalen Menschenrechtsstandards zu respektieren.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker fordert die Regierung der Sozialistischen Republik Vietnam auf,
- die massiven Menschenrechtsverletzungen, die von vietnamesischen Soldaten an im Dschungel von Laos versteckten Hmong verübt werden, unverzüglich zu beenden, und jene, die sich solcher Menschenrechtsverstöße in der Vergangenheit schuldig gemacht haben, dafür zur Verantwortung zu ziehen.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker fordert die Regierung von Thailand auf,
- den in Laos akut bedrohten Hmong Flüchtlingen ein offizielles Bleiberecht in Thailand einzuräumen;
- UN-Vertretern und insbesondere dem UNHCR Zugang zum Flüchtlingslager in Petchabun zu gewähren;
- zu gewährleisten, dass die Flüchtlinge in Petchabun die dringend benötigte Nahrungsmittelhilfe erhalten können.

Die internationale Gemeinschaft hat es allzu lang versäumt, der menschenrechtlichen bzw. humanitären Tragödie der Hmong Aufmerksamkeit zu schenken und den bedrängten Menschen im Dschungel von Laos und in den Flüchtlingslagern von Thailand Hilfe zu leisten.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker fordert die internationale Gemeinschaft auf,
- auf die Regierungen von Laos und Vietnam einzuwirken, die schweren Menschenrechtsverletzungen an den im Dschungel von Laos versteckten Hmong-Gruppen unverzüglich zu beenden;
- auf die Regierung von Laos einzuwirken, den Angehörigen der Hmong, die ihre Dschungelverstecke verlassen, endlich ein Leben in Menschenwürde und Sicherheit zu gewährleisten und entsprechende Bemühungen der laotischen Regierung aktiv zu unterstützen;
- auf die Regierung von Thailand einzuwirken, den in Laos akut bedrohten Hmong Flüchtlingen ein offizielles Bleiberecht in Thailand einzuräumen, UN-Vertretern Zugang zum Flüchtlingslager in Petchabun zu gewähren und die nötige Nahrungsmittelhilfe zu ermöglichen;
- Das UNHCR muss in Ausübung seines Mandates im Flüchtlingslager von Petchabun aktiv Untersuchungen anstellen, welchen Flüchtlingen offiziell Flüchtlingsstatus und der damit verbundene Schutz zuzuerkennen ist;
- Die massiven Menschenrechtsverletzungen an den Hmong in Laos müssen vor entsprechenden internationalen Gremien wie insbesondere dem neuen UN-Menschenrechtsrat so schnell wie möglich zum Thema gemacht und verurteilt werden.
- Der UN-Menschenrechtsrat muss eine Untersuchungskommission nach Laos entsenden, um die Vorwürfe bezüglich möglichen Völkermordes an den im Regenwald versteckten Hmong in Laos zu überprüfen, effiziente Schritte dagegen einzuleiten und sicherzustellen, dass die dafür Verantwortlichen dafür zur Rechenschaft gezogen werden.

Quelle Gesellschaft zum Schutz bedröhter Völker

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